So hilft die Deutsche Seemannsmission
Siehe Video „Piraten : Bedrohung auf See“ auf YouTube (10 Min.)
Verstärkung der Besuche an Bord
Seeleute trifft man zunehmend häufig nur an Bord, wegen immer kürzerer Liegezeiten der Schiffe und Sicherheitszonen in den Häfen. So verhindert der International Ship and Port Facility Security Code (ISPS), dass sich Seeleute frei bewegen können. Da die Häfen zum Teil auch noch einige Kilometer entfernt von der Stadt liegen, können Seeleute oft nicht mehr den Seemannsclub oder das Seemannsheim in der Stadt besuchen. Die Mitarbeitenden der Seemannsmission dürfen jedoch in die Sicherheitszonen hinein und gehören in den Häfen zu den wenigen Besuchern, die an Bord kommen. An Bord sind wir gern gesehene Gesprächspartner und Seelsorger, die bei der Stressbewältigung helfen können. Nur im direkten Gespräch erhält man Hinweise, ob Crewmitglieder traumatisiert sind oder andere Probleme vorliegen. Die Benachrichtigung über Piratenangriffe durch Reedereien unterbleibt häufig.
Die Besuche an Bord sollen im Hinblick auf die Piratenproblematik verstärkt werden.
Ausweitung der Schulung in Krisenintervention
Die Mitarbeitenden der Seemannsmission sind erfahren im Umgang mit vielsprachigen Besatzungen, deren täglichen Problemen und der Vermittlung von Hilfe. Dies umfasst auch Seelsorge und Krisenintervention. Im Rahmen von "Piraten : Bedrohung auf See" werden die Mitarbeitenden der Deutschen Seemannsmission verstärkt geschult und auf Hilfen für die betroffenen Seeleute vorbereitet. Mitarbeiterschulungen zum Thema Notfallseelsorge sind geplant, z.B. im Herbst 2009. Diese wird von einem erfahrenen Notfallseelsorger durchgeführt. Dabei werden Kenntnisse zur Gesprächsführung mit Menschen vermittelt, die traumatische Erlebnisse hatten. Die Teilnehmenden aus der Seemannsmission werden in die Lage versetzt, Hilfsangebote für Seeleute zu finden und zu formulieren.
Aufbau von lokalen Kompetenz-Netzwerken
Um schnell und unbürokratisch helfen zu können, erweitert die Seemannsmission in den Häfen ihre lokalen Kompetenz-Netzwerke, um bei Erstkontakten mit Piratenopfern Spezialisten und praktische Hilfe von Behörden, Medizinern oder Gewerkschaften zu vermitteln. Der Wunsch der Deutschen Seemannsmission ist es, das Wissen um Trauma-Behandlung nach Piratenüberfällen in einem Kompetenzzentrum zu sammeln.
Benötigt werden für das laufende Jahr 45.000 Euro, um das Aktionsprogramm einzuleiten.
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